Thomas-Mann-Gymnasium
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OAZ berichtet: Die mexikanische Rakete

„Hallo, ich bin Alex.“ Ein sympathisches Lächeln, ein herzlicher Händedruck und eine angenehme Sprechweise. Kaum zu glauben, dass der 17-Jährige erst seit August vergangenen Jahres die deutsche Sprache lernt. Alejandro González hat es geschafft, mit seiner sympathischen Art hier in Deutschland – und viel mehr noch in Oschatz und im Oschatzer Stadtteil Merkwitz – aufgenommen zu werden. Alex, wie er hier genannt wird, kam mit einem Rotary-Jugend-Austauschprogramm von Aguascalientes, einer Stadt in Mexiko, nach Deutschland. „Ich habe zwei Freundinnen, die bereits an einem Austauschprogramm teilgenommen haben. Eine flog nach Thailand, die andere nach Deutschland. Auch meine Cousins waren bereits hier. Nach all dem, was sie mir erzählt haben, wollte ich auch unbedingt nach Deutschland. Wir konnten drei Wunschländer angeben. Ich bin froh, dass mein erster Wunsch erfüllt wurde“, erinnert sich Alejandro an den ersten Schritt seiner Reise.

Hier angekommen, war es am Anfang nicht ganz so einfach für ihn. Mehr als „Ich bin Alex“ konnte er auf Deutsch nicht sagen. Er nahm am ganz normalen Unterricht im Oschatzer Thomas-Mann-Gymnasium teil, hatte auch für kurze Zeit zusätzlichen Deutschunterricht. Die meisten Sprachkenntnisse erwarb er jedoch nicht in der Schule, sondern im täglichen Austausch mit seinen Gastfamilien. In der ersten Zeit wohnte er bei Familie Schilke in Kemmlitz. Anfang Februar zog er zu Familie Schäfer nach Oschatz. „Im Rahmen eines solchen Austauschprogramms sollen die Austauschschüler mehrfach die Familien wechseln. So können sie noch mehr kennenlernen und andere Erfahrungen sammeln“, erklärt Katrin Krause, die seit dem 1. Juli dieses Jahres neue Präsidentin des Rotary-Clubs „Katharina von Bora“ Torgau-Oschatz ist.

Neben den Ausflügen mit den Gastfamilien war Alejandro auch allein oder mit Freunden viel in Deutschland und Europa unterwegs. Frankfurt, Mainz, Worms, Hamburg, Nürnberg, Regensburg, Dresden und Leipzig waren seine Ziele. Dabei hat es Leipzig dem Schüler besonders angetan. Erste Gespräche mit dem Rektor der Universität wurden bereits geführt und Alex kann sich gut vorstellen, nach seinem Abitur im Jahr 2020 hier einen Studienplatz anzunehmen. „An der Uni studieren viele junge Leute. Beim Tag der offenen Tür hatte ich die Möglichkeit, mir die Uni genauer anzusehen. Es wäre super, wenn ich hier Wirtschaft und International Business studieren könnte.“

Auf seiner Europa-Tour, die von Rotary organisiert wurde, zog es ihn nach Tschechien, Ungarn, in die Slowakei, nach Italien, Frankreich, Belgien und Österreich. Lange in Erinnerung wird ihm besonders der Winterurlaub mit seiner Gastfamilie in Italien bleiben. „Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Schnee gesehen. Ich musste sofort meine Mama in Mexiko anrufen und ihr davon erzählen. Das war unglaublich“, erinnert sich der 17-Jährige. Er stieg sogar eher aus dem Fahrzeug aus, nur um durch den Schnee laufen zu können. Auch das Skifahren lernte er schnell. Fiel er am ersten Tag immer wieder in den weichen Schnee, nahm er es am Ende des Urlaubs mit den steilsten Pisten auf.

Doch viel mehr als das Skifahren liebt Alex den Fußball. Schon in Mexiko spielte er in der zweiten Liga. Und nun brachte er auch die Kicker vom SV Merkwitz voran. Die „Mexikanische Rakete“ nennen sie ihn. Er verhalf ihnen zu einem Sieg im Pokalfinale.

Viele wundervolle Erfahrungen konnte er hier machen. Doch nun hieß es fürs erste Abschied nehmen. Denn am vergangenem Sonntag startete sein Flieger in Richtung Heimat. Auch wenn es schwer sein wird, weiß er doch ganz sicher, dass er viele seiner neu gewonnenen Freunde bald wiedersehen wird – in Mexiko und in Deutschland. „Ja, Alex ist ein ganz besonderer Austauschschüler“, sagt Katrin Krause mit ein wenig Wehmut in der Stimme. Zum ersten Mal organisierte der Rotary-Club „Katharina von Bora“ Torgau-Oschatz einen solchen Austausch, bei dem die Tochter von Familie Schilke nach Peru und Alejandro nach Deutschland kam.

„Rotary International“ selbst hat bereits seit mehr als 40 Jahren Erfahrungen mit dem Jugendaustausch. Alle Organisatoren arbeiten ehrenamtlich. Das heißt, dass keiner daran Geld verdient. Jährlich befinden sich circa 8000 Schüler weltweit im Jahresaustausch, 600 bis 700 davon mit Deutschland. Hinzu kommen jährlich 35 000 Kurzaustauschschüler, bei denen direkt getauscht wird“, erklärt die Präsidentin. Die Kinder sollen in dem Land auch in die Schule gehen. Sie kommen in Familien, die ebenfalls ein Kind im Austausch haben.

„Über unsere ersten Erfahrungen, die wir sammeln konnten, sind wir sehr glücklich. Es hat alles sehr gut geklappt“, sagt Katrin Krause. „Familie Schilke und Familie Schäfer waren für Alex sehr liebevolle und verantwortungsbewusste Gasteltern.“ Und Cordula Schilke ergänzt: „Alex ist einfach so ein toller Typ. Er ist sehr kontaktfreudig. Das öffnete ihm viele Türen. Er hat auch immer alle Regeln eingehalten.“ Und was sind das für Regeln? „No drugs, no dates, no drive“, sagt Alejandro. Was so viel bedeutet wie „Keine Drogen, keine Verabredungen, nicht fahren“. Monatlich wird dem Austauschschüler ein von Rotary gespendetes Taschengeld übergeben. Der direkte Ansprechpartner für Alex war Lorenz Eskildsen, Rotary-Counselor/Betreuer, der dem 17-Jährigen in allen Belangen zur Seite stand.

Und wie können sich interessierte Schüler für einen solchen Austausch bewerben? „Sie können uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! eine E-Mail schicken und uns mitteilen, in welches Land sie gerne reisen möchten. Drei Wünsche sollten genannt werden. Ein Austausch ist weltweit möglich. Außer nach England, da es für dieses Land so viele professionelle Schüleraustauschprogramme gibt, dass wir uns hier zurückhalten. Es ist wichtig, sich zeitnah zu melden, da ein gut vorbereiteter Schüleraustausch etwa ein Jahr Vorlauf benötigt. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August.“

Vor einer solchen Reise wird den künftigen Austauschschülern ermöglicht, sich mit Schülern aus dem Distrikt, die bereits an einem solchen Programm teilgenommen haben, auszutauschen. Sie berichten über ihre Erlebnisse und Erfahrungen. Und auch Schüler, die zu dieser Zeit gerade als Austauschschüler in Deutschland sind, nehmen an diesem Treffen teil und berichten über ihre aktuellen Eindrücke. Bei den meisten steigt dann erst recht die Vorfreude auf das Programm. Zudem nehmen die Schüler an mindestens drei weiteren Vorbereitungsseminaren teil. Auch die Eltern erfahren dabei, auf was zu achten ist.

Den Rotary-Club Torgau-Oschatz gibt es seit mehr als zehn Jahren. Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen bisher auf anderen Projekten. Ein solcher Austausch verlangt einen enormen organisatorischen Aufwand. Doch Katrin Krause hat an dieses Projekt ihr Herz verloren. Als dann noch Luise Schilke mit einem solchen Anliegen auf sie zukam, wurde es mit jeder Menge Unterstützung angegangen. Auch Luise ist nach einem Jahr des Austausches vor wenigen Wochen wieder in der Heimat gelandet.

Nun hieß es auch für Alejandro „Sachen packen“. Die Erfahrungen, die er hier in Deutschland sammeln, die Freundschaften, die er knüpfen konnte, werden ihn noch lange begleiten. Umso wichtiger ist es für ihn nun, einen guten Schulabschluss zu bekommen, um an der Universität in Leipzig studieren zu können.

OAZ berichtet: Alles bleibt im Fluss: Abwasserverband und Gymnasium verlängern Kooperation

Neuntklässler untersuchen Döllnitz im Raum Oschatz / Projekt ist Praxistext für potenzielle Fachkräfte


Bei der Vertragsunterzeichnung der Kooperation zwischen Gymnasium und Abwasserverband blieb es nicht bei trockener Theorie – es gab auch Flüssiges. Foto: Christian Kunze

Oschatz. Während der Sommerferien fließt viel Wasser die Döllnitz entlang. Welche Veränderungen sich während der schulfreien Zeit und später in dem Flüsschen ergeben, das finden Neuntklässler ab dem kommenden Schuljahr heraus. Das Thomas-Mann-Gymnasium und der Abwasserverband „Untere Döllnitz“ besiegelten im ausklingenden Schuljahr die Fortsetzung einer seit Anfang der 1990er Jahre bestehenden Kooperation.

Die Initiative hat bisher mehrere kleine Veränderungen erfahren, bleibt aber im Fluss und vereint mehrere Dinge miteinander: Die Schülerinnen und Schüler sammeln mit Hilfe der Fachleute des Abwasserverbandes Praxiserfahrungen in den naturwissenschaftlichen Fächern, der Verband seinerseits findet in der Schülerschaft potenzielle neue Fachkräfte für die Bewältigung seiner Aufgaben. Mathematik, Biologie, Chemie und Physik hören nicht auf, wenn man den Hefter, das Lehrbuch oder die Tafel zuschlägt – das wird hier eindrucksvoll dargelegt.

Die Grundlagen haben Linda Löbnitz, Lilith Krämer, Michelle Reiche, Antonia Heinze und Lisa Lange bereits von Mitte März bis Ende Juni gelegt. Sie untersuchten einen zwölf Kilometer langen Abschnitt der Döllnitz zwischen Schmorkau und Leuben – exakt die Strecke, der sich die Studentin Wiebke Jentzsch zuvor innerhalb ihres Praktikums widmete. Wasser- und Sedimentproben untersuchten sie unter anderem auf den Nitrat-, Ammonium- und Phosphorgehalt, weitere Parameter waren der pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit und das Vorkommen von Bakterien und anderen Organismen.

Für Abwasserverbandsgeschäftsführer Frank-Peter Streubel eröffnet das Projekt die Fortführung der bisher nur einmalig durchgeführten Arbeit Wiebke Jentzschs. „Wir haben nun die Möglichkeit, einen überschaubaren Abschnitt der Döllnitz vertiefend unter die Lupe zu nehmen. Wer leitet ein, welche Belastungen oder Unregelmäßigkeiten gibt es in dem Gewässer und worin liegen sie begründet – und das nicht nur als Momentaufnahme, sondern über einen längeren Zeitraum“, sagt er.

Hinzu kommt für den Abwasserverband noch eine Möglichkeit, den Zustand der von ihm betreuten Gewässer im Blick zu behalten. Geschäftsführer Frank-Peter Streubel holte dazu bei der Vertragsunterzeichnung ziemlich weit aus – und brachte es dennoch auf den Punkt. „Die Untersuchungen, die die Schüler gemeinsam mit unserer Gewässerschutzbeauftragten Martina Harnapp durchführen, helfen uns dabei, die Bestimmungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. Hier ist trockene Bürokratie ausnahmsweise einmal flüssig“.

Am meisten begeisterte die Schülerinnen die Möglichkeit, sich in den Labors des Verbandes mit den Ergebnissen ihrer Arbeit zu beschäftigen, zu reflektieren und zu hinterfragen. „Hin und wieder gab es große Abweichungen von den regulären Messwerten. Als Erklärung dafür kann starker Niederschlag oder ein Gewitter gelten, oder aber auch ein Messfehler unsererseits ist da nicht auszuschließen. Um es zu erfahren, ist die genaue Analyse notwendig“, sagt die Mügelnerin Linda Löbnitz.

Das theoretisch erworbene Wissen wird in dem speziellen Kurs auf die Probe gestellt. Dafür legte Fachlehrer Hans-Jürgen Fux einst die Grundlagen, inzwischen war unter anderem Irmgard Heller seitens des Gymnasiums verantwortlich. Unter ihrer Regie untersuchten Schüler nicht nur die Döllnitz, sondern auch die Flüsse Dahle und Luppa. Nun geht dieses Aufgabe an Babett Köller über. Für die Pädagogin stehen neben praktischen, fächerübergreifenden Arbeiten die Berufsorientierung und Kennenlernen der Anlagen, Technik und Arbeitsweise des Abwasserverbandes im Fokus. „Wir haben die Experten vor der Haustür, das sollten wir nutzen“.

OAZ berichtet: Wie in der Antike: Lorbeer für die Besten

Traditionell, aber nicht alltäglich: Das Thomas-Mann-Gymnasium dankt engagierten und erfolgreichen Schülern


Ines Woiwode überreicht verdienstvollen Schülern eine Urkunde. In der Aula wurden insgesamt 50 von ihnen vergeben. Foto: Christian Kunze

Oschatz. In der Antike wurde denen, die besondere Leistungen erbracht hatten, ein Lorbeerkranz aufgesetzt. In Anlehnung an dieses Ritual verteilte Ines Woiwode jetzt Lorbeerzweige an Schüler. Die Organisatorin der Dankeschön-Veranstaltung des Thomas-Mann-Gymnasiums lässt sich jedes Jahr etwas Neues einfallen, um die außerordentlichen Erfolge der Schüler zu würdigen.

Rund 50 Jungen und Mädchen, egal ob einzeln oder im Team, erhielten in feierlichem Rahmen nicht nur Lorbeer, sondern auch Urkunden, Gutscheine, anerkennende Worte sowie ein schuleigenes Hausaufgabenheft und ein Frühstück. Die beiden Letzteren sponsert seit einigen Jahren die Volksbank Riesa, die auch eine Niederlassung in Oschatz hat. Kundenberaterin Petra Wagner gratulierte ebenso wie Lehrerin Ines Woiwode und die Schulleiterin Marion Müller. „Unsere Dankeschön-Veranstaltung ist inzwischen Tradition. Das heißt aber nicht, dass sie alltäglich ist“, so Müller. Die Auszeichnungen erfolgen auf musischem, sprachlichem, sportlichem und gesellschaftlich-organisatorischem Gebiet und umfassen inzwischen auch Leistungen wie etwa die Streitschlichterarbeit oder Nachhilfe für Leistungsschwächere.

Maßgeblich für die Auswahl der Gewürdigten sind jedes Jahr aufs Neue etwa herausragende Facharbeiten,Teilnahme an Bundeswettbewerben, 1. bis 3. Plätze bei Landeswettbewerben, die Repräsentation des Thomas-Mann-Gymnasiums auf künstlerischem Gebiet, etwa im Chor, Theater oder als Solist. Schließlich gehen noch besonders engagierte Schülervertreter oder herausragende Leistungen einzelner Schüler bei der Gestaltung des schulischen Alltags mit ein, etwa bei der Organisation repräsentativer Veranstaltungen.

Christian Kunze

Meine Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Als meine Geschichtslehrerin Frau Döring unserer Klasse von diesem Wettbewerb erzählt hat, war ich gleich Feuer und Flamme. Ich hatte sofort eine Idee: Die Flucht meiner Urgroßeltern aus Schlesien. Jedoch gab es weder Briefe noch Tagebücher, die diese Geschichte hätten belegen können. Mein Vater konnte mir die Geschichte zwar detailliert erzählen und ich hatte meinen Großonkel als Zeitzeugen. Der war zum Zeitpunkt des Geschehens aber erst 4 Jahre alt und würde sich wahrscheinlich schlecht erinnern. Deshalb brach ich während der Weihnachtsferien das Thema ab. Es fehlte einfach die Recherchearbeit und ich hätte mir wahrscheinlich zu viel ausdenken müssen.

Also sah ich mich nach einem neuen Thema um. Ich suchte in der Ortsgeschichte und fragte die Vorsitzende des Heimatvereins Luppa, Frau Uhde, nach früheren Krisen. Sie gab mir eine Kopie der Parochie von Luppa. Nach einem Hinweis meiner Eltern fand ich mein Thema: Der Streit zwischen Luppa und der Gerichtsherrschaft Börln - ein zwar unbedeutender Streit für die Welt, jedoch für die Beteiligten der Krise einige schlimme Jahrzehnte. Ganz besonders spannend wurde es für mich, als ich mitbekam, dass kurz vor dem Friedensschluss zwischen Luppa und Börln die Völkerschlacht bei Leipzig stattfand und die Auswirkungen auch Luppa, also meinen Heimatort, betroffen haben. Dem Ort ging es in dieser Zeit wirklich schlecht. Das war mir bis dahin nie so bewusst geworden und machte das Thema gleich nochmal viel interessanter, denn schließlich war die Völkerschlacht für die europäische Geschichte der damaligen Zeit entscheidend. Da ich eine richtige wissenschaftliche Arbeit wahrscheinlich in der Kürze der Zeit nicht geschafft hätte, habe ich mich für einen Kreativbeitrag entschieden. Zugegeben: die kreative Arbeit macht mir auch viel mehr Spaß. Ich stellte die damaligen Ereignisse in Form von 2 Zeitungen dar. Für mein Thema hatte ich viele aussagekräftige Quellen. Zum einen meine Hauptquelle, die Parochie, aber ich habe auch einen Historiker befragt und neben diversen Bücher- und Internetquellen auch Einsicht in die originalen Kirchenbücher dieser Zeit genommen. Da diese Quellen teilweise sehr detailliert waren, kann ich mit Stolz sagen, dass alle in den Zeitungen genannten Namen und Ereignisse tatsächlich existierten. Sowohl Geburtsanzeigen, Sterbeanzeigen als auch alle handelnden Personen haben tatsächlich so gelebt und sind nicht meiner Phantasie entsprungen. Zum Schluss stand ich jedoch unter einem sehr hohen Zeitdruck, da mir nur noch ein paar Wochen bis zur Abgabe blieben. Es war sehr schwer, alles zeitlich mit der Schule zu vereinbaren, da die Halbjahreszeugnisse vor der Tür standen. Aber dennoch habe ich fast bis zum letzten Tag gearbeitet, und obwohl es manchmal schwer war sich selbst zu motivieren und manch liebevoller Schubser zurück an das Laptop nötig war, bin ich schließlich fertig geworden. Als ich die Zeitungen abgeschickt hatte, war ich sehr erleichtert. Nun hieß es ca. 3 Monate warten auf die Auswertung. Mit jedem Tag stieg die Aufregung. Als ich das Ergebnis erfuhr, war ich überglücklich. Die ganze Arbeit hatte sich gelohnt und ich bin einer der 12 Landessieger von Sachsen. Am 26. Juni  war die Preisverleihung in Leipzig und nun habe ich noch die Chance, als eine von den insgesamt 250 Landessiegern aus ganz Deutschland auch einen von 50 Preisen auf Bundesebene zu gewinnen. Die Aufregung bleibt also noch eine Weile bestehen…

Elisabeth  Beier

 

 

OAZ berichtet: Strafzettel für Autofahrer, Kekse für Radfahrer und Busschüler

Friday for Future ohne Schwänzen: Umweltschutzaktionstag am Thomas-Mann-Gymnasium


Tom Hauffe verteilt symbolische Strafzettel an jene, die entgegen der Absprache mit dem Auto kamen. Foto: Christian Kunze

Oschatz. Kekse für Radler, Fußgänger und Busschüler, folgenlose Strafzettel für Autofahrer – mit symbolischen Gesten empfingen am Freitag Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums Eltern, Lehrer und Mitschüler. Doch dabei blieb es nicht. Beim Projekttag ermittelten die Energiebeauftragten aller Klassenstufen den Verbrauch an Wärme, Elektrizität und Wasser im Schulgebäude. Ferner waren alle Schüler aufgerufen, die Länge ihres Schulweges zu ermitteln und anzugeben, wie sie ihn bewältigen – zu Fuß, Rad, Moped, per Elterntaxi, Bus oder Zug lauteten die Antworten derer, die zwischen 300 Meter und 30 Kilometer absolvieren.

Mit dieser Initiative versprechen sich die Schüler und Lehrerin Harriet Herbst, die den Tag mit vorbereitet hat, ein realistisches Bild darüber, wie die Umweltbelastung reduziert werden kann. Geleitet wird der Tag von Axel Hahn. Der Vertreter der Sächsischen Energieagentur lässt die Schüler Messungen durchführen. „Nur so erhalten sie belastbare Fakten, die in einer Diskussion auch bestehen können“.

Die Projektidee kam von den Schülern, betont Harriet Herbst. „Und ich begrüße es. Denn mit Blick auf die Friday-for-Future-Bewegung, in der vor allem junge Menschen auf die Einhaltung der Klimaschutzziele pochen, ist es wichtig, nicht nur seine Meinung kund zu tun, zu demonstrieren und den teilweise berechtigten Einwand des Schulschwänzens hinzunehmen, sondern auch entsprechend zu handeln.“

Die Aufforderung an Lehrkräfte, das Auto stehen zu lassen und an Schüler, sich nicht mit dem Auto bringen zu lassen, wurde unterschiedlich berücksichtigt. „Wir haben es in die Klassen getragen, Aushänge gemacht und natürlich darüber gesprochen“, so Mitinitiator Tom Hauffe, der zu den Energiebeauftragten gehört. Ursprünglich war gar geplant, das Areal vor der Schule, einschließlich der Lehrerparkplätze abzusperren, das habe man dann aber doch gelassen. Die Reaktionen auf den Umweltschutzaktionstag fielen unterschiedlich aus, ebenso die Erklärungen, warum man das Auto an diesem Tag doch nicht habe stehen lassen können.

Schulleiterin Marion Müller wohnt im Stadtzentrum und geht stets zu Fuß. Sie findet die Aktion toll. „Fernab von allen politischen Diskussionen sollte jeder im Kleinen etwas tun – nur so geht es!“ Schulsozialarbeiterin Larissa Melzig nutzt das Fahrrad so oft es geht. „Wenn aber etwas großes transportiert werden muss, geht es nicht“. Ähnlich sehen das die Lehrkräfte Rosi Rochner und Heike Kolberg. Letztere nutzt im Frühling und Sommer das Rad. „Ich wohne am nördlichen Stadtrand, das ist machbar“. Kritisch sieht sie, dass Eltern zu Schulschluss Kinder abholen – und mit ihren Autos regelwidrig vor den Lehrerparkplätzen stehen. „Da gab es schon mehrere Unfälle“. Rosi Rochner freut sich über den Schüler-Aktionismus, weist aber darauf hin, dass es nicht bei solchen einmaligen Aktionen bleiben sollte.

Angelika Rädler wohnt in Limbach und würde gern öfter den Bus nutzen. „Leider sind die Verbindungen aber nicht sehr günstig“, moniert sie. Ebenfalls aus dem dörflichen Umland bringt Thomas Petermann Tochter Franka mit dem Auto. „Ich finde die Aktion gut, das ist besser als nur zu demonstrieren und dann seinen Müll da zu lassen“, sie der Casabraner. Arite Theile aus Luppa fährt eines der „Elterntaxis“ am Morgen: „Für mich liegt das auf dem Arbeitsweg, ich fahre direkt weiter“, nennt sie praktische Gründe.

Im Übrigen fand die Aktion nicht bei allen Schülern Anklang. „Dann aber auch Strafzettel fürs Atmen – und wenn schon dann bitte aus recyceltem Papier“, kommentierte ein Mopedfahrer.


Tina Kornetzke verteilt Kekse an Schüler, die mit dem Rad oder dem Bus zur Schule kamen und statt dessen auf Moped, Auto oder Elterntaxi verzichteten. Foto: Christian Kunze